Etwas verborgen, hinter dem Hôtel du Chäteau, liegt eines der wohl
ältesten Herrenhäuser aus Larochette, das sogenannte «De Roebé-Schloss ».
Die alten, verwitterten Mauern lassen jedoch nur noch hier und da etwas vom
Glanz und der Pracht des Sitzes der damaligen Zweit-Herren von Larochette
erkennen. Das Schloss ist ohne Zweifel ein wichtiger Zeitzeuge der Felser
Geschichte und es wäre schade gewesen dieses Bauwerk sich selbst zu
überlassen.
Das Gebäude wurde um 1725 durch Pierre-Ernest Schramm erbaut. In dieser
Epoche war Larochette noch von einer Schutzmauer umgeben, die das Dorf vor
Einbrechern und Eindringlingen schützen sollte. Da der Platz innerhalb
dieser Mauer streng limitiert war, zeugt der Erwerb einer Fläche von über
3.500 m2 von größerem Reichtum. Durch die topographische Lage und Grösse des
Besitzes, war es den Eigentümern möglich, nebst Herrenhaus auch weitere
Nutzhäuser zu erbauen, etwas Vieh zu halten, sowie den Eigenbedarf an Wasser
komplett zu decken. Das prächtige Portal in der Merscherstrasse aus dem
Jahre 1725 ist auch heute noch eines der Wahrzeichen Larochettes, obwohl es
leider unter starken Umwelteinflüssen zu leiden hat.
Anfang der 90er Jahre, ließen die damaligen Besitzer, die direkten
Nachkommen des Erbauers Pierre-Ernest Schramm, erkennen dass sie nicht
weiter gedachten, das Schloss zu unterhalten. Gemeinde und Staat reagierten
prompt und erwarben das Gebäude um es einer neuen Bestimmung zu übergeben. In den folgenden
Jahren wurden dann sämtliche Bemühungen unternommen um die Gemäuer nicht dem
kompletten Zerfall preiszugeben. Mitte Januar 2006, 11 Jahre nach
dem Erwerb des Schlosses, rückten schlussendlich die Maschinen an um das „De
Roebé Schloss" auf seine neue „Aufgabe" vorzubereiten. In ungefähr 2 Jahren
werden die Gemeindebüros aus der Medernacher Strasse ins renovierte
Herrenhaus, wo bisher das Pfarrbüro, sowie Versammlungsräume für die lokalen
Vereine zu finden waren, verlegt. Die angrenzenden Nutzhäuser werden in ein
Foyer de jour pour "personnes âgées" und Räumlichkeiten fürs
CRAC (Centre de
Rencontre et d'Animation Culturelle) und SITL umgewandelt. In der Tat sind
die aktuellen Büroräumlichkeiten für den alltäglichen Betrieb nicht mehr
geeignet und so stellt das „De Roebé-Schloss" einen mehr als würdigen
Nachfolger dar. Durch das für ältere Personen aus der Umgebung bestimmte
„Foyer du Jour" sowie CRAC und SITL versprechen sich die Verantwortlichen
ein ähnlich reges Treiben auf dem Schlosshof wie zur damaligen Zeit, als
Metzger, Weber, Bauern und Adlige ihren Geschäften auf diesem Grundstück
nachgingen.
Dank des hartnäckigen und zielstrebigen Vorgehens seitens der Felser
GemeindeAutoritäten, die sich immer wieder bei den verantwortlichen
staatlichen Stellen einsetzten, wird das wertvolle historische Gemäuer in
neuem Glanz erstrahlen und einen weiteren Höhepunkt des renovierten
Ortskerns bilden. |